Was ist eigentlich Modulbau ?
Modulbau ist ein Bauprinzip, bei dem eine Modellbahnanlage nicht als Ganzes aus einem Stück bestehend gebaut wird sondern in einzelne Module aufgeteilt wird. Die Übergänge von einem Modul zum anderen müssen dabei einer gewissen Norm entsprechen um eine Kompatibilität zum Nachbarmodul zu gewährleisten.
Damit wird eine Modellbahnanlage sehr flexibel, kann vergleichsweise leicht abgebaut und transportiert werden und bietet sich geradezu an, von mehreren Personen gestaltet zu werden, die sich mit ihren Modulen treffen und diese in Arrangements zum gemeinsamen Fahren zusammenstellen. Das kann sowohl im kleinen Kreis als auch auf größeren Modultreffen und auf Messen sein.
Die Vorteile des Modulbaus liegen auf der Hand :
Ein Modul ist ein in sich geschlossener Bauabschnitt einer Modellbahn, der vergleichsweise schnell komplett durchgestaltet werden kann. Das bringt Abwechslung in den Baualltag und führt zu schnellen Erfolgserlebnissen. Beim Bau einer herkömmlichen Anlage sollte zuerst der Rohbau komplett fertig und die Technik durchgetestet sein, bevor es an die Ausgestaltung der Anlage geht. Diesem langwierigen Prozeß ist schon die Fertigstellung manchen Großprojektes zum Opfer gefallen.
Außerdem ist eine Modulanlage mobil. Abgesehen von dem Vorteil, daß man sich mit Gleichgesinnten treffen kann steht auch einem Umzug der Modellbahnanlage bei einem eventuellen Wohnortwechsel nichts mehr im Wege. Viele "feste" Anlagen sind deswegen schon von der "Abrißbirne" demontiert worden.
Die einzelnen Module einer Anlage können aber auch immer wieder ausgetauscht werden, so daß eine solche Anlage immer wieder ein neues "Gesicht" hat.
Der Modulbau bringt aber noch einen Vorteil. Gerade Einsteiger neigen dazu, bei ihren Planungen alles auf einer Modellbahn verwirklichen zu wollen. Es muß eine zweigleisige Hauptstrecke mit großem Bahnhof, Groß-BW, meterlangen Zügen und noch längeren Paradestrecken her und oft wird dabei vergessen, daß man sowas auf der meistens begrenzten, zur Verfügung stehenden Fläche niemals einigermaßen glaubwürdig unterbringen kann. Ganz abgesehen davon, daß ein solches Vorhaben oft das Hobbybudget sprengt und alleine deshalb schon oft im Frust endet.
Der Modulbau erzwingt hier schon meistens eine Beschränkung auf Wesentliches, was aber nicht heißen muß, daß das langweiliger sein muß. Eine eingleisige Nebenstrecke mit den entsprechenden Bahnanlagen hat ja auch ihre Reize und wirkt wegen der glaubwürdigeren Darstellung oft mehr als "vollgeknallter" HBf bei dem am Ende doch keine vernünftige Gleisnutzlänge zu Stande kommt.
Wenn man dennoch größer plant, kann ein Bahnhof allerdings schon über mehrere Module "gestreckt" werden, die dann als zusammenhängendes "Segment" in das Modularrangement integriert werden, sofern die Segmentenden wieder der Normung der Module entsprechen.
Beim Bau von Modulen gibt es mehrere Möglichkeiten der Normung.
Interne Normung :
Das ist eine Normung, die sich ein Club oder, wie im Falle der Modellbahnfreunde Schweich, eine Interessengemeinschaft auferlegt um die Kompatibilität der Module innerhalb der eigenen Gemeinschaft zu garantieren. Dazu zählen in erster Linie die beiden Kopfplatten der Module, die Lage der Gleise sowie die elektrische Schnittstelle.
In zweiter Linie wird aber in der Regel auch das Gleismaterial, das Material zum Einschottern und auch das Material zum Begrünen vorgeschrieben (zumindest im Bereich der Modulübergänge) um ein einheitliches Bild zu erhalten.
Zwei schöne Beispiele für eine solche Normung findet man im Anschluß. Es handelt sich hierbei um zwei große Clubs, die in Sachen Modulbau bereits große Erfahrung haben, was sich natürlich in deren Normen widerspiegelt.
Beispiele für interne Normen :
N-Bahn Freunde München
Modulbau Team Köln Bonn
Globale Normung :
In diesen Normen bauen Modulbahner die Wert darauf legen, mit ihren Modulen an Modultreffen teilzunehmen, an denen sich Leute zum Teil aus aller Welt treffen, um ihre, meist unabhängig voneinander gestalteten Module zu einem Arrangement zusammenzustellen und gemeinsam Betrieb zu machen.
Beispiele für globale Normen :
FREMO (Freundeskreis europäischer Modellbahner)
GermaNTRAK (US-Modulbau)
Ein schönes Beispiel für eine private Modulanlage findet sich hier :
Homepage von Felix Geering
Felix Geering zeigt eindrucksvoll, wie man mit einer Beschränkung auf das Wesentliche trotz beengten Platzverhältnissen eine tolle, pfiffig gemachte Modulanlage baut, wenn es sein muß auch durch das Vorratsregal der Ehefrau.
Sehr interessant aber auch die Lösung des Logistikproblems. Seine komplette Anlage läßt sich im Kofferraum eines normalen Kombis transportieren. Eine witzige Sache findet man bei seinen Gleisplänen : Rangierknobeleien, Geschicklichkeitsspiele im Rangierbahnhof.